Was kostet eine Entrümpelung?
Ehrliche Preisspannen für Keller, Wohnung und Haus in Berlin.
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Das Wichtigste in Kürze
Bei einer seriösen Entrümpelung wird verwertbarer Hausrat geschätzt und vom Preis abgezogen, als transparenter Posten im schriftlichen Angebot. Gefragt sind heute vor allem Massivholz- und Designmöbel, Werkzeug, Fahrräder, funktionierende neuere Elektrogeräte, Schallplatten und Schmuck. Wenig bis nichts bringen Schrankwände, Polstermöbel, Massengeschirr und die meisten Bücher. Eine komplett kostenlose Entrümpelung durch Verwertung ist selten und als pauschales Versprechen fast immer ein Lockangebot.
Es ist der Moment, der bei fast jeder Besichtigung kommt: „Das ist aber noch gut, das ist doch was wert.“ Manchmal stimmt es, und dann sinkt der Preis spürbar. Oft stimmt es leider nicht, und dann ist Ehrlichkeit fairer als Vertrösten. Dieser Artikel ist unser Erwartungsmanagement in Schriftform: was der Gebrauchtmarkt heute wirklich zahlt, warum das so ist, und wie eine saubere Wertanrechnung aussieht.
Die unbequeme Wahrheit zuerst: Es werden gerade sehr viele Haushalte aufgelöst und sehr wenige komplett neu eingerichtet. Eine ganze Generation gibt große Wohnungen und Häuser auf, und deren Kinder haben ihre Einrichtung längst. Das Angebot an gebrauchten Möbeln übersteigt die Nachfrage um ein Vielfaches.
Dazu kommt die Logistik: Ein Schrank für 50 Euro, der mit zwei Mann aus dem vierten Stock getragen und quer durch die Stadt gefahren werden muss, ist wirtschaftlich ein Minusgeschäft. Deshalb zahlen Ankäufer nur für Dinge, die sich sicher und mit Marge weiterverkaufen lassen. Das ist keine Böswilligkeit, sondern Rechnen.
Hier enttäuschen wir bei Besichtigungen am häufigsten, deshalb im Klartext:
Wichtig: Nichts davon heißt, dass die Sachen in den Container müssen. Vieles geben wir an Sozialkaufhäuser weiter, es senkt nur den Preis nicht.
Bei der kostenlosen Besichtigung bewerten wir ehrlich, was sich verwerten lässt, und Sie sehen die Anrechnung schwarz auf weiß im Angebot.
Eine seriöse Anrechnung hat drei Merkmale. Erstens: Sie steht schriftlich im Angebot, als eigener Posten, nicht als mündliches „das verrechnen wir dann“. Zweitens: Sie bezieht sich auf konkrete Stücke, die bei der Besichtigung benannt wurden. Drittens: Der Festpreis danach gilt, auch wenn sich ein Stück später schlechter verkauft als gedacht. Das Verwertungsrisiko liegt bei der Firma, nicht bei Ihnen.
Vorsicht
Das Gegenmodell kennen Sie vielleicht aus Anzeigen: „Entrümpelung kostenlos gegen Verwertung“. Rechnen Sie kurz mit: Ein Tag Arbeit für zwei Leute, Transporter, Entsorgungsgebühren, das sind reale Kosten im hohen dreistelligen Bereich. Die müsste Ihr Hausrat erst einmal einspielen. In den seltenen Fällen, wo das wirklich klappt, sagen wir es Ihnen auch. In allen anderen ist das Versprechen der Köder, und bezahlt wird später doch, nachdem die guten Stücke schon auf dem Transporter sind.
Wenn Sie Zeit und Nerven haben, holt ein Privatverkauf über Kleinanzeigen für Einzelstücke fast immer mehr heraus als jede Anrechnung, denn Sie haben keine Marge und keine Logistikkosten einzupreisen. Fotografieren Sie die fünf besten Stücke, stellen Sie sie online, und was nach zwei Wochen weg ist, ist gut verkauft.
Der Preis dafür: Terminabsprachen, Fremde in der Wohnung und Käufer, die nicht auftauchen. Bei einer ganzen Wohnung und laufender Kündigungsfrist frisst das schnell mehr Zeit, als es bringt. Viele unserer Kunden machen es deshalb gemischt: zwei, drei Herzstücke selbst verkaufen, den Rest mit Anrechnung an uns.
Bei der Besichtigung schätzen wir auf Basis dessen, was unsere Abnehmer aktuell real zahlen. Sie müssen dem nicht folgen: Holen Sie ein zweites Angebot ein oder prüfen Sie Preise selbst über Kleinanzeigen, die Vergleichbarkeit ist der beste Schutz.
Jederzeit, bis zum Räumungstag. Sagen Sie nur Bescheid, dann wird der Preis entsprechend angepasst.
Bei begründetem Verdacht auf echte Werte, etwa Gemälden, altem Schmuck oder Sammlungen mit Geschichte: ja, vor der Räumung. Für normalen Hausrat wäre das Gutachten teurer als der Erlös.
Die gehen auf Wunsch an Sozialkaufhäuser statt in den Container. Ihren Preis senkt das nicht, aber die Sachen bekommen ein zweites Leben, und entsorgt wird weniger.
Fazit
Rechnen Sie nüchtern: Massivholz, Werkzeug, Technik und Schmuck bringen etwas, Schrankwände, Polster und Serviceporzellan fast nie. Bestehen Sie auf einer schriftlichen Anrechnung konkreter Stücke im Festpreis-Angebot, und misstrauen Sie jedem, der pauschal „kostenlos gegen Verwertung“ verspricht. Für Herzstücke mit Zeit im Rücken: erst selbst verkaufen, dann räumen lassen.
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