Was ist Ihr Hausrat wirklich wert?
Was Ankäufer heute zahlen und warum Omas Porzellan meist enttäuscht.
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Das Wichtigste in Kürze
Eine Entrümpelung in Berlin kostet je nach Objekt: Kellerabteil 150 bis 450 Euro, 1-Zimmer-Wohnung 400 bis 900 Euro, 2-Zimmer-Wohnung 800 bis 1.800 Euro, 3-Zimmer-Wohnung 1.200 bis 2.600 Euro, Einfamilienhaus ab etwa 2.500 Euro. Der Preis hängt von Menge, Etage, Zugang und Sondermüll ab. Verwertbarer Hausrat wird bei seriösen Firmen angerechnet und senkt den Preis. 20 Prozent der Arbeitskosten sind oft von der Steuer absetzbar.
Wer zum ersten Mal eine Entrümpelung anfragt, bekommt Preise zwischen „fast geschenkt“ und „ein Monatsgehalt“ genannt. Beides sollte Sie stutzig machen. Wir kalkulieren solche Aufträge jede Woche und legen hier offen, wie die Preise wirklich zustande kommen. Damit Sie Angebote vergleichen können, statt raten zu müssen.
Vorweg: Das sind Orientierungswerte aus unserer Praxis in Berlin und Umgebung. Den verbindlichen Preis gibt es erst nach einer Besichtigung, bei uns und bei jedem anderen seriösen Anbieter auch.
| Objekt | Übliche Spanne |
|---|---|
| Kellerabteil, voll | 150 bis 450 € |
| Garage oder Schuppen | 200 bis 600 € |
| 1-Zimmer-Wohnung | 400 bis 900 € |
| 2-Zimmer-Wohnung | 800 bis 1.800 € |
| 3-Zimmer-Wohnung | 1.200 bis 2.600 € |
| Einfamilienhaus | ab ca. 2.500 € |
Warum die Spannen so breit sind? Weil zwei 2-Zimmer-Wohnungen völlig unterschiedliche Aufträge sein können. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.
Der wichtigste Faktor. Entrümpler rechnen in Kubikmetern, also in Transporterladungen. Eine sparsam möblierte Wohnung ist schnell leer, eine mit vollen Schränken, Kellerverschlag und 40 Jahren Sammelleidenschaft füllt drei Transporter. Deshalb sind Telefonpreise ohne Besichtigung Kaffeesatzleserei.
Vierter Stock Altbau ohne Aufzug heißt: Jedes einzelne Teil wird vier Etagen runtergetragen. Das kostet Zeit und Rücken, beides steckt im Preis. Erdgeschoss mit Parkplatz vor der Tür ist die günstigste Variante.
Enge Treppenhäuser mit Wendeltreppe, Hinterhof ohne Durchfahrt, keine Parkmöglichkeit vor dem Haus. In Berlin kommt oft eine Halteverbotszone dazu, deren amtliche Gebühren im Angebot auftauchen sollten, nicht als Überraschung auf der Rechnung.
Farben, Lacke, Altreifen, alte Elektrogeräte oder Bauschutt kosten in der Entsorgung extra. Haushaltsübliche Mengen sind bei uns eingepreist, aber ein Keller voller Ölkanister ist ein anderes Thema. Ehrliche Anbieter sprechen das bei der Besichtigung an, nicht am Räumungstag.
Und dann gibt es den Faktor, der den Preis senkt: die Wertanrechnung. Was sich aus Ihrem Hausrat noch verkaufen lässt, zieht ein seriöser Anbieter vom Preis ab. Wie das genau funktioniert und was Ihr Hausrat realistisch wert ist, haben wir in einem eigenen Artikel aufgeschrieben.
Wir besichtigen kostenlos in ganz Berlin und im Umkreis von 50 Kilometern und nennen Ihnen danach einen Festpreis ohne Nachträge.
Ein verlockend niedriger Preis ohne Besichtigung, und am Räumungstag steht der Transporter vor der Tür und plötzlich ist alles „mehr als gedacht“. Jetzt Nein zu sagen ist schwer, genau darauf baut die Masche. Regel: Kein Preis ohne Besichtigung, und der Preis gehört schriftlich als Festpreis ins Angebot.
Klingt gut, funktioniert aber fast nie ehrlich. Entweder ist Ihr Hausrat tatsächlich so wertvoll, dass er die komplette Arbeit bezahlt (selten), oder es kommen doch Kosten, nachdem die guten Stücke schon weg sind. Seriös ist: Wertanrechnung als transparenter Posten im schriftlichen Angebot.
Auffällig billige Anbieter sparen manchmal an der Entsorgung, und Ihr Hausrat landet im Wald oder am Straßenrand. Das Bußgeld dafür kann beim Auftraggeber ankommen, wenn sich die Herkunft zurückverfolgen lässt. Fragen Sie, wo entsorgt wird. Wer fachgerecht arbeitet, beantwortet das ohne Zögern.
Ein paar Dinge haben Sie selbst in der Hand. Behalten Sie Verwertbares nicht zurück, wenn Sie es eh nicht brauchen, denn es senkt Ihren Preis. Bündeln Sie Aufträge: Wohnung plus Kellerabteil in einem Termin ist günstiger als zwei Anfahrten. Planen Sie Vorlauf ein, denn Expressaufträge unter Zeitdruck kosten mehr. Und holen Sie sich zwei, drei Angebote nach Besichtigung ein. Was Sie nicht tun sollten: tagelang selbst vorsortieren. Das spart bei einem Festpreis nach Besichtigung nichts, denn kalkuliert wird, was da ist.
Der größte Hebel kommt aber vom Finanzamt: 20 Prozent der Arbeitskosten lassen sich in vielen Fällen von der Steuer abziehen. Wie genau, steht hier.
Weil der Preis von der Menge abhängt und niemand durchs Telefon in Ihren Keller schauen kann. Die Besichtigung schützt beide Seiten: Sie vor Nachforderungen, den Anbieter vor Fehlkalkulation.
Bei seriösen Firmen nein. Wer für die Besichtigung Geld verlangt oder sie an eine Beauftragung koppelt, sortiert sich selbst aus.
Nicht automatisch. Aber wenn ein Preis 40 Prozent unter allen anderen liegt, fragen Sie sich, wo die Differenz herkommt: bei der Entsorgung, bei der Versicherung oder später auf Ihrer Rechnung.
Sehr selten, und nur bei wirklich wertvollem Inventar. Als Versprechen vorab ist „kostenlos gegen Verwertung“ fast immer ein Lockangebot.
Fazit
Rechnen Sie für eine Wohnung je nach Größe mit 400 bis 2.600 Euro, für ein Haus ab 2.500 Euro. Vergleichen Sie nur Angebote, die nach einer Besichtigung entstanden sind, und bestehen Sie auf einem schriftlichen Festpreis mit ausgewiesener Wertanrechnung. Dann kann beim Preis nichts mehr schiefgehen.
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